Respekt.
Es gibt naturgemäß nicht vieles, vor dem ich Respekt habe. Aber vor Menschen, die vernünftig mit der deutschen Sprache umgehen können, vor Menschen, die es schaffen, Lieder zu schreiben, die nicht schlimm und peinlich und nach Fremdscham klingen, vor denen habe ich großen Respekt. Wahrscheinlich, weil ich selbst schon zig Mal versucht habe, irgendetwas zu schreiben, was ansatzweise literarisch ist, aber jedes Mal nach zwei Sätzen wieder abbrechen musste, so wenig konnte ich meinen eigenen Ansprüchen genügen.
Deshalb gibt es kaum etwas, was mich so sehr begeistert, wie ein gut geschriebenes Buch, ein blogtext, der etwas in mir auslöst oder ein ebensolcher Liedtext. So, wie dieser hier:
times are changing – Jahresrueckblick, Teil eins.
Dieses Jahr neu und gut: So einiges.
Zum Beispiel zum ersten Mal seit Jahren wieder richtig Urlaub gemacht. Zwei Wochen ohne Internet zugebracht und nichts vermisst.
Nach langer Suche eine neue Wohnung gefunden, umgezogen. Zum ersten Mal ein Möbelstück gekauft, welches schwerer ist als seine Besitzerin. Angekommen.
Eine Wahl gewonnen. Vollkommen unerwartet. Plötzlich auf den Titelseiten der Zeitungen und Onlineportale gelandet und auf der Straße erkannt worden.
Den Job gewechselt. Nach anfänglichen Eingewöhnungsschwierigkeiten in diesem tatsächlich angekommen. Das erste Mal "so richtig" Geld verdienen. Mama und Papa anrufen und ihnen sagen können, dass sie die regelmäßigen Unterstützungsüberweisungen einstellen können.
Immer öfter neben dir eingeschlafen und wieder aufgewacht. Positiv überrascht davon und von anderem.
Ein neues Tattoo. Das Erste. Lange daran rumgedacht, schlussendlich getraut und nicht bereut.
Ein neues Studium. Zum ersten Mal Finanzierungsanträge geschrieben, mit Formularen rumgeschlagen, erfolgreich gewesen.
Zum ersten Mal Paris, Straßburg, Göteborg.
Das erste Amt bei den Grünen. Ganz frisch noch. Mal sehen, wie es wird.
Viele Hochzeiten, Geburten, Schwangerschaften im Freudeskreis. Das Gefühl, erwachsen zu werden. Und dann Nächte durchtanzen, betrunken durch die Straßen laufen, für 18 gehalten werden und das Gefühl, niemals erwachsen zu werden.
Lernen, Geld auszugeben. Für gutes Essen. Für guten Alkohol. Für Reisen. Möbel. Für Dinge. Den Luxus, Freunde einfach einladen zu können.
Neue Menschen kennengelernt, Freunde gemacht, gemeinsam getrunken, diskutiert, geweint.
(Fast) perfekten Geburtstag gehabt.
Lied des Jahres:
Zwischenmenschlichkeiten.
Sometimes you get up and bake a cake or something
Sometimes you stay in bed
Sometimes you go la di da di da di da da
Untill your eyes roll back into your head
Soviel dazu.
Lieder zum Weinen…
...ich verbringe ja recht viel Zeit meines Lebens damit, mehr oder weniger hemmungslos rumzuflennen.
Ob ich mich nun streite, mit meiner Höhenangst konfrontiert werde oder einfach nur "Leon, der Profi" anschaue - Tränen und feuchte Augen sind mindestens seit dem "König der Löwen" ein elementarer Bestandteil meines Lebens.
Meistens weine ich, wenn ich wütend bin oder mich ungerecht behandelt fühle. Aber es gibt auch ein paar musikalische Kleinode, bei denen ich regelmäßig in Tränen ausbreche.
Eines davon kann man hier anhören:
ich schreibe…
...auch bestimmt bald was zu 12 Tagen Wandern ohne Internet und mit nur 3 Abenden mit Bier und dafür ganz vielen selbstgepflückten Pfifferlingen (und ich hasse ja Pilze eigentlich), Trockenfleisch und Müsli und im Zelt schlafen und frieren und an die persönlichen Grenzen gehen und so, aber irgendwie bin ich gerade noch dabei, die Eindrücke zu sortieren.
Solange gibts Musik.
Tip zur Sonne.
Da ist man plötzlich wieder zurück aus dem Urlaub. Die Erde hat sich fasznierenderweise auch ohne einen weitergedreht und geändert hat sich auch nicht viel. Die Menschen sind immernoch unerträglich und die Sinnlosigkeit des eigenen Seins ist auch nicht verschwunden.
Dafür ist plötzlich Sommer. Und das Leben hat mir gerade zwei weitere Urlaubstage geschenkt. Und weil ich daher ausnahmsweise mal gute Laune habe, gibt es auch mal fröhliches Liedgut zu hören. Und einen der schönsten Reime, den die deutschsprachige Indierockpopgedönsecke jemals hervorgebracht hat.
Die Grenzen des Guten Geschmacks. Zwei.
Was diese Grenzen anbelangt, so ist bekannt ja anerkannt, dass sie meistens fließend sind. Das sagtest Du trinkend. Ich war in Gedanken fort. Dies schien ein nahezu perfekter Ort für derlei Plauderei zu sein, mir fiel nichts besseres ein.
Kleinode
Darf man sich eigentlich als aha-fan outen?
Man muss. Und man muss dazu diese großartige Coverversion von "Crying in the rain" hören.
Man sollte generell öfter Dirk von Lowtzow zuhören.
Heute teile ich mein Lieblingszitat mit euch.
mach dir nen netten abend mit martini und wein ein bisschen und hass die welt. und dann sei gestärkt und glaub weiterhin dran, dass du gut bist in dem was du machst und willst und brust raus bauch rein und weiter, ja?
