Die kleinen Freuden des Lebens.
Der einzige Grund, warum ich bisweilen ganz gerne mein Bett verlasse, ist die Aussicht auf frischen Kaffee. Um das Kaffeeerlebnis zu intensivieren, habe ich mir eine Kaffeemühle gewünscht. Und weil Wünsche manchmal in Erfüllung gehen, besitze ich nun eine.
In Kombination mit der Lieblingskaffeeröstung ein großartiges Geschmackserlebnis.
Und jetzt gehe ich wieder ins Bett.
Der Vollstaendigkeit halber
Mir ist aufgefallen, dass ich die Aufzeichnung unseres re:publica-Vortrags über das #flittern noch gar nicht verlinkt habe.
Was für ein schweres Versäumnis.
Ueber Redaktionen, Neutraliaet und Quoten: Der habicht trifft die Chefredaktion
Am gestrigen Dienstag hatte ich die Gelegenheit, in ziemlich illustrer Runde über die Stuttgarter Zeitung im allgemeinen und besonderen zu diskutieren.
Die Chefredaktion der Zeitung hatte insgesamt 7 LeserInnen an den Arsch der Heide nach Stuttgart-Möhringen geladen, um über die Ausrichtung der Stuttgarter Zeitung, den Artikelstil, den Unterschied zwischen Bericht und Kommentar und über tendenziöse Berichterstattung zu diskutieren. Ein Teil davon wurde über die Facebook-Gruppe der Zeitung ausgewählt, andere sind regelmäßige LeserbriefschreiberInnen und wiederum andere hatten Briefe geschrieben, die die Redaktion besonders beeindruckt hatten.
So saßen wir dann also mit 3 Leserinnen, 4 Lesern und 4 Chefredakteuren in nicht gerade paritätisch besetzter Runde bei Fingerfood (lecker!) und Bier (toll!) beisammen und diskutierten über 2 Stunden lang. Die Atmosphäre würde ich als ziemlich entspannt bezeichnen, man konnte meistens ausreden und über den Mund gefahren wurde einem auch nicht.
Relativ lange ging es um den Unterschied zwischen Bericht und Kommentar, um Neutralität, die meiner Meinung nach eh nur eine Illusion ist, schließlich sind wir ja alle nicht die Schweiz - auch Zeitungen nicht. Ich erwarte schon eine fundierte Berichterstattung, bei sowohl die Argumente der Pro- als auch der Contra-Seite genannt werden, aber 100 % Neutraliät? Nein danke.
Spannend fand ich, dass von Seiten der Chefredaktion ziemlich ehrlich (ich hatte jedenfalls den Eindruck) über die Themenverteilung im Blatt geredet wurde. So erfuhr man, warum nur über die Stuttgarter Ostermärsche berichtet wurde, nicht aber über die, die in anderen Landesteilen stattgefunden hatten. Solche "Geschichten aus der Redaktion" bringen den Blattmacher-Alltag näher.
Zu der Leserkonferenz gibt es auch einen Artikel in der Stuttgarter Zeitung, den ich hier natürlich auch verlinke.
Was in dem Artikel nicht vorkommt, ich aber aus Gründen unbedingt noch erzählen muss: Gegen Ende der Konferenz stellte ich die Frage nach der Frauenquote in der Redaktion im Allgemeinen und der Chefredaktion im Besonderen. Auch hier bekam ich von den "weißen Männern, 45 plus", wie man sich selbst ganz selbstironisch bezeichnete, eine ehrliche Antwort: Man strebe schon seit längerem eine Erhöhung des Frauenanteils in der Führungsebene an, bisher allerdings ohne Erfolg. Man sei sich allerdings der Problematik bewusst, musste gleichzeitig aber auch zugeben, dass im Leitbild der Zeitung nichts in Sachen "Frauen" enthalten ist.
Und auch wenn es euch nicht schmeckt, Jungs, weil 1653 Beteuerungen und guter Wille alleine einfach nichts bringen, genau deshalb brauchen wir die Quote. Wenn eine Leserin erzählt, dass es schon vor 20 Jahren die Bestrebung gab, mehr Frauen in die Leitungsebene der StZ zu bringen und man sieht, wieviel da bisher umgesetzt wurde, dann würde ich sagen: Es geht leider nur mit Zwang. Denn die Gruppe "männlich, weiß, über 45" wird immer dazu neigen, Nachwuchs heranzuziehen, der der gleichen Gruppe angehört. Und das ist nicht nur ungerecht sondern auch ziemlich langweilig. Und langweilig will man ja auch als Zeitung nicht sein, oder?
Mein 30ster Geburtstag.
Meinen 30. Geburtstag werde ich im Garten meiner Eltern feiern. Ihr werdet alle den weiten Weg auf euch nehmen, um mit mir zu feiern. Ich werde ein Blümchenkleid tragen und Sandalen. Solche, in denen meine Füße wundersamerweise nicht aussehen werden wie ein mir fremdes Körperteil.
Es wird Erdbeerbowle geben, mit Cremant und frischer Minze. Und ausreichend rohen Fisch zum Essen. Und Erdnüsse und Bier.
Eure Kinder werden irgendwo im Garten spielen. Vergnügt und gleichzeitig so dezent, dass sie mich nicht stören.
Irgendjemand wird meine Lieblingsmusik auflegen und jemand anderes macht Fotos, auf denen alle Gäste friedlich und glücklich aussehen werden. Alles wird nahezu perfekt sein.
Und dann werde ich mit einer Äußerung alles kaputt machen und der Abend wird im Drama enden. Weil es immer so läuft.
Aber das nur am Rande.
Flittern. Ein erster Rueckblick.
Bevor ich später noch was zur re:publica im Allgemeinen und Besonderen schreiben werde, hier erstmal der Rückblick auf unser "Whats happening? Love." - Sessionvortragsdings, das @fraeulein_tessa, @lantzschi und ich ja am Donnerstag abend im Friedrichstadtpalast gehalten haben.
Ich finde, wir haben uns ziemlich gut geschlagen, gerade wenn man bedenkt, dass keine von uns schon mal einen Vortrag vergleichbaren Ausmaßes gehalten hat. Die Bühne ist zudem ungefähr riesig und die Atmosphäre ziemlich einschüchternd. Mal sehen, ob ich mich traue, die Aufzeichnung, die voraussichtlich in den nächsten Tagen online geht (und die ich dann natürlich auch verlinken werde), anzusehen. Aber was man mir bisher so gesagt hat, klingt ganz ok.
Vereinzelt kam die Anmerkung, dass man als "Nicht-twitterer" nicht so gut verstanden hat, worum es eigentlich geht. Wahrscheinlich gabs dann doch auch recht viele Insidersprüche, was mir beim Vorbereiten gar nicht so aufgefallen ist.
Sicher hätte man den Vortrag auch noch mit etwas mehr Inhalt füllen können, aber ich muss auch sagen, dass ich fest davon ausgegangen bin, dass sich mehr Menschen zu uns auf die Bühne trauen. Das nächste Mal würde ich wohl Leute bitten, im Notfall auf die Bühne zu kommen und etwas zu sagen.
Was mich unfassbar gefreut hat und immer noch freut, sind die tollen Artikel, die von DPA und ZdfOnline übers flittern geschrieben wurden. Ich gestehe, dass ich die gerade mehrmals täglich lese und dumm lächeln muss.
Bedanken möchte ich mich auch und gerade beim Saalpublikum, dass dafür gesorgt hat, dass ich mich zumindest nach 10 Minuten ziemlich wohl gefühlt habe auf der Bühne. Und natürlich bei denen, die sich redenderweise zu uns auf die Bühne gesetzt haben. Über seine Gefühle zu reden ist ja immer ein besonderes Wagnis. (Schließlich ist "Liebe" ja das härteste Thema der republica gewesen...) Und es ist noch mutiger, dass auf einer Bühne mit diesen Ausmaßen zu tun.
Also: DANKE.
Hier die beiden Artikel, die ich oben bereits erwähnte:
ZDFheute: http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/15/0,3672,8233359,00.html
ZEIT online (DPA-Artikel): http://www.zeit.de/news-042011/15/iptc-bdt-20110415-241-29848390xml
edit: Nadine hat DeutschlandRadio Wissen etwas zum Thema #flittern und über unsere Session erzählt
edit: Ganz vergessen habe ich die Glosse übers flittern, die am Samstag auf der Titelseite des Tagesspiegels war. http://twitpic.com/4lglpe (Das Bild habe ich von @heiko geklaut, ich hoffe, er sieht mir das nach)
Wenn jemand noch andere findet, gerne bescheid sagen oder in die Kommentare posten.
Außerdem ein paar Fotos:
Edit: Die Bilder hat übrigens Dirk Häger gemacht und man kann sie unter CC-Lizenz im re:publica-Ordner auf flickr herunterladen.
Und zu guter Letzt:
Wisst ihr, was das Schönste ist? Wann bekommt man schon mal die Chance, mit zwei großartigen Menschen eine Stunde lang auf einer großen Bühne über ein schönes Thema zu sprechen? Und wie oft kann man dabei wohl auch noch Grasovka trinken? Eben. hach.
Re:publica, Tag 1
Es ist ein bißchen wie bei jedem Familientreffen.
Ich muss mich erst noch warm laufen und an die ganzen Menschen gewöhnen, mit denen ich in den folgenden drei Tagen zwischen Kalkscheune und Friedrichstadtpalast hin und her laufen werde. Die Tatsache, dass das Wetter unfassbar ungemütlich ist und die Workshopräume viel zu klein und das WLAN mehr oder weniger nicht vorhanden, macht die Reizüberflutung nicht unbedingt leichter zu ertragen.
Außerdem feilen @fraeulein_tessa, @lantzschi und ich zur Zeit noch jede freie Minute an unserem gemeinsamen Google-Dokument, welches die Moderationsfragmente unserer morgigen #flittern-Session enthält. Aber es wird. Wort für Wort wächst es und ein roter Faden kristallisiert sich auch heraus. Ich bin unfassbar gespannt, wie ihr das Endprodukt finden werdet.
Hier wird dann ab 19 Uhr geschnapst und geflittert:
Und morgen ist dann hoffentlich auch die Übermenschung verschwunden und ich kann all diejenigen treffen, die ich heute nur von weitem begrüßt habe oder die ich bis jetzt verpasst habe. Außerdem freue ich mich auf spannende Sessions, unter anderem auf Übermorgen TV mit @sixtus, die twitterlesung und Film und Gesellschaft mit @waxmuth.
Und wenn O2 es morgen auch noch hinbekommt, ihr Mobilfunknetz am Friedrichstadtpalast zu reparieren und nur ein kleinwenig die Sonne scheint, dann sollte einem grandiosen zweiten Tag nichts mehr im Wege stehen. Oder?
Raubtierfuetterung
Nachdem Gerüchte aufgetaucht sind, ich würde den Wombat nur mit Schokolade füttern, habe ich mich dazu entschlossen, folgende Dokumente der Zeitgeschichte öffentlich zu machen:
Die Wahrheit ueber meine Magisterarbeit
Jetzt, wo der Fall Guttenberg in aller Munde ist, kann ich es ja erzählen. Meine Magisterarbeit wurde in Wirklichkeit von Wombi geschrieben.
Aber seht selbst...
Als Norddeutsche in Stuttgart, Teil 1
Regionale Eigenheiten
Der Schwabe sagt zu Bein Fuß, zu Arbeiten Schaffen, zu seiner Arbeitsstelle Geschäft, er trinkt Tannenzäpfle oder Hofbräu und kein Becks, er denkt, Bremen läge am Meer, alles oberhalb von, sagen wir, Kassel ist für ihn Norddeutschland, er trinkt Trollinger und Lemberger, er geht zu Breuninger und nicht ins KaDeWe, er denkt, in Norddeutschland gäbe es keine Hügel, Fahrradfahren tut der Stuttgarter Schwabe ausschließlich zum Privatvergnügen und nicht zu Fortbewegungszwecken.
Der Schwabe denkt, in Norddeutschland würde es nie schneien, er isst Kutteln, Saitenwürschte, Linsen und Spätzle, er betrinkt sich nicht nur auf Schützenfesten, sondern auch in Besenwirtschaften, er isst Träubleskuchen und keinen Johannisbeerkuchen, er geht auf den Cannstatter Wasen und nicht auf den Freimaarkt, Meeresfisch bezieht der Schwabe bei Nordsee und nicht direkt vom Fischereihafen, der Schwabe denkt, Norddeutsche seien arrogant, langweilig und gingen zum Lachen in den Keller.
Der Schwabe flucht gerne und benutzt dabei Wörter, die der Norddeutsche nicht kennt. Das Schwabenland ist bekannt für sein vielseitiges Laugengebäck und Brezeln werden grundsätzlich zur Hälfte weggeknuschpert. Der Norddeutsche findet im Schwabenland seine geliebten Körnerbrötchen nicht mehr wieder.
Der Kulturschock hielt sich trotzdem in Grenzen.








