Mehr Meer.
Gibt es etwas Schöneres als die Nordseeküste bei ordentlich Wind und Sonnenschein?
Die Antwort lautet: Nein.
times are changing – Jahresrueckblick, Teil eins.
Dieses Jahr neu und gut: So einiges.
Zum Beispiel zum ersten Mal seit Jahren wieder richtig Urlaub gemacht. Zwei Wochen ohne Internet zugebracht und nichts vermisst.
Nach langer Suche eine neue Wohnung gefunden, umgezogen. Zum ersten Mal ein Möbelstück gekauft, welches schwerer ist als seine Besitzerin. Angekommen.
Eine Wahl gewonnen. Vollkommen unerwartet. Plötzlich auf den Titelseiten der Zeitungen und Onlineportale gelandet und auf der Straße erkannt worden.
Den Job gewechselt. Nach anfänglichen Eingewöhnungsschwierigkeiten in diesem tatsächlich angekommen. Das erste Mal "so richtig" Geld verdienen. Mama und Papa anrufen und ihnen sagen können, dass sie die regelmäßigen Unterstützungsüberweisungen einstellen können.
Immer öfter neben dir eingeschlafen und wieder aufgewacht. Positiv überrascht davon und von anderem.
Ein neues Tattoo. Das Erste. Lange daran rumgedacht, schlussendlich getraut und nicht bereut.
Ein neues Studium. Zum ersten Mal Finanzierungsanträge geschrieben, mit Formularen rumgeschlagen, erfolgreich gewesen.
Zum ersten Mal Paris, Straßburg, Göteborg.
Das erste Amt bei den Grünen. Ganz frisch noch. Mal sehen, wie es wird.
Viele Hochzeiten, Geburten, Schwangerschaften im Freudeskreis. Das Gefühl, erwachsen zu werden. Und dann Nächte durchtanzen, betrunken durch die Straßen laufen, für 18 gehalten werden und das Gefühl, niemals erwachsen zu werden.
Lernen, Geld auszugeben. Für gutes Essen. Für guten Alkohol. Für Reisen. Möbel. Für Dinge. Den Luxus, Freunde einfach einladen zu können.
Neue Menschen kennengelernt, Freunde gemacht, gemeinsam getrunken, diskutiert, geweint.
(Fast) perfekten Geburtstag gehabt.
Lied des Jahres:
Wahrheiten ueber den habicht, Teil 2
Die Mission ist abgeschlossen. Aber sehen Sie selbst:
Oh. Und hier noch ein paar besonders schöne Details über den habicht, der, wie wir ja wissen, ein besonders fieses Tier ist.
"Der Habicht, ein einsamer, ungeselliger Raubvogel, welcher sich nur in der Paarungs- und Brutzeit mit seinem Gatten zusammenhält, ist ein höchst ungestümer, wilder, dreister, schneller, starker und dabei listiger und scheuer Falk."
"Sein ganzes Wesen ist das eines auf den rechten Augenblick lauernden Diebes, welcher ein von ihm wiederholt heimgesuchtes Gehöft beschleicht und sich auf seine List und Gewandtheit wie auf seine unvergleichliche Geistesgegenwart verläßt."
"Ist er hungrig oder durch längere Verfolgung hitzig, durch mehrfach vereitelte Angriffe vielleicht auch unmuthig geworden, so vergißt er jede Rücksicht [...]"
"Ein gefangener Habicht ist für uns ein ebenso hassenswerther Vogel wie der freilebende. Seine Wildheit und Bosheit, seine Unverträglichkeit und Mordgier machen ihn uns bald im höchsten Grade widerwärtig."
(Ähnlichkeiten mit lebenden Menschen sind natürlich rein zufällig.)
Was schreibt man eigentlich…
...nach so einem rant-post mit ganz vielen Klicks und mehr oder weniger w(h)itzigen Diskussionen?
Ganz einfach: nüscht.
Am Wochenende war ich in den Alpen wandern. Hier ein paar Bilder:
Ein habicht unterwegs.
Man ist ja viel unterwegs in diesen Tagen.
Göteborg. Schwedische Pampa. Brüssel. Stuttgart. Und jetzt die Hauptstadt, die sich pünktlich zu meinem Erscheinen im spätsommerlichen Gewand zeigt.
Lieder zum Weinen…
...ich verbringe ja recht viel Zeit meines Lebens damit, mehr oder weniger hemmungslos rumzuflennen.
Ob ich mich nun streite, mit meiner Höhenangst konfrontiert werde oder einfach nur "Leon, der Profi" anschaue - Tränen und feuchte Augen sind mindestens seit dem "König der Löwen" ein elementarer Bestandteil meines Lebens.
Meistens weine ich, wenn ich wütend bin oder mich ungerecht behandelt fühle. Aber es gibt auch ein paar musikalische Kleinode, bei denen ich regelmäßig in Tränen ausbreche.
Eines davon kann man hier anhören:
Sonntage.
Versehentlich viel zu früh aufgewacht.
Nun stellt sich die Frage: Was mit dem Sonntag anfangen, solange, bis um 20.15 Uhr endlich der Tatort beginnt?
Dann sind irgendwann feed-reader, Sonntagszeitung und Frauenzeitschrift ausgelesen, noch mehr Kaffee trinken geht auch nicht mehr und die süddeutschen Freunde weilen auf der Alb, im Allgäu oder in den Alpen und die anderen sind eh zu weit weg.
Spätestens, wenn auch die Haare frisch gefärbt sind, die Wohnung geputzt ist und sogar die Telefonate geführt sind, vor denen man sich schon seit geraumer Zeit gedrückt hat und man kurz davor ist, mails an Menschen zu schreiben, bei denen man sich eigentlich nicht mehr melden wollte, ist Ablenkung von Nöten.
Nur, woher nehmen, wenn nicht stehlen?
ich schreibe…
...auch bestimmt bald was zu 12 Tagen Wandern ohne Internet und mit nur 3 Abenden mit Bier und dafür ganz vielen selbstgepflückten Pfifferlingen (und ich hasse ja Pilze eigentlich), Trockenfleisch und Müsli und im Zelt schlafen und frieren und an die persönlichen Grenzen gehen und so, aber irgendwie bin ich gerade noch dabei, die Eindrücke zu sortieren.
Solange gibts Musik.

























